Es ist Mitternacht

commander koenig ist wieder da

(googlesuche deswegen, weil man sonst auf die schönen google-ads verzichten müsste, edit: ach schade, grade keine Lourdeswasserwerbung dabei)

Feierabend

im Superbahnhof geht es weiter

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mal sehen, gleich geht bestimmt wieder die "Sonne" unter

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Mein Mitbringsel

Insgesamt fand man die Theorie plausibler, daß dort, wo kein Wasser mehr war, ein unsichtbarer Klotz stehe, der es verdrängt hatte, als die Auffassung, es werde durch eine unsichtbare Mauer zurückgestaut.

Ich hatte schon davon gehört, daß Sauerstoffmoleküle in keiner Weise gehindert seien, sich allesamt in nur noch einer der vier Raumecken aufzuhalten, wenn ihnen der Sinn danach stehen sollte, was jedoch sehr unwahrscheinlich aber nicht unmöglich sei. Vielleicht war es den Wassermolekülen ebenso ergangen, es war soweit, daß sich einfach Unwahrscheinliches ereignet hatte und als solches noch unwahrscheinlichererweise fortdauerte, und je länger das Wasser hüfthoch in der einen Raumhälfte stand und in der anderen raumhoch fehlte, desto unwahrscheinlicher und auch unnatürlicher wurde dieser Zustand. Aber realistisch sah es aus.

Flüssigkeiten haben sie ja auch in der 3D-Computergrafik als erstes hingekriegt. Etwa die Wasserwesen aus Abyss oder den Terminator aus flüssigem Metall. So realisitsch sah das Wasser aus, das der herrschenden Theorie zufolge vom unsichtbaren Klotz verdrängt wurde. Na klar: unsichtbar. Daß neben dem Fernseher ein unsichtbarer Mann säße, der den Film abspulte, den ich da sah, genügte mir in meiner Kindheit als Erklärung vollauf. Aber mit dieser Art emanativer Substanzlogik kam man hier nicht weiter. Wenn es geheißen hätte, ein unsichtbarer Mann hätte dort einen unsichtbaren Staudamm errichtet, wären kindlichere Gemüter vielleicht zufrieden gewesen, aber so ohne alles, nur schlicht "unsichtbarer Klotz"?

Das Wasser waberte so ein bißchen vor sich hin, man achtete mit besonderer Aufmerksamkeit auf es. Ein immer wieder gern gesehener Effekt im Kintopp (ein Ausdruck alter Säcke für Kino) ist, wenn das riesige Aquarium am Kopfende des Saales zerbirst und Hekatomben auf die Leute niederstürzen. Ähnliche Effekte sind ebenfalls von der filmischen Bearbeitung der Thematik "Wassereinbruch auf dem Hauptdeck" her bekannt. Der Effekt stellte sich aber nicht ein und irgendwann verlor man das Interesse, eigentlich schon nach wenigen Minuten, die unsichtbarer-Klotz-Theorie schien bestätigt und ich konnte mich endlich setzen.

Meine Tüte wollte ich aber nicht abstellen, so umsichtig, so vorsichtig war ich ja dann doch noch. Wenn die Hekatomben doch noch auf uns einstürzen, sollte nicht wie im Kintopp allzu oft das geheime Gesenk, in dem sie die Geheimwaffe schmiedeten, das Bauteil, hinter dem sie alle her waren, in den Fluten verschwinden, das Gerät, für das das Mädchen sterben musste.

Auf dem Land ist ein Unverheirateter mit 25 eine alte Socke. Zum Geburtstag wird daher das Hoftor der Familie mit einer 25 aus Pappe und alten Socken geschmückt.
Auch ich war mal eine alte Socke, aber in Wirklichkeit, ob verheiratet oder nicht, ist man mit 25 noch für mindestens fünfzehn weitere Jahre junger Mann - mit zunehmend ironischem Unterton zwar und nach weiteren fünfzehn Jahren nur noch als Witz, aber immerhin. Alter Sack wurde ich schon mit 19 genannt, aber nur, weil sich mein Freund für jugendlicher hielt, er kam schließlich vom Land und für ihn war ich ein zugeknöpfter Stadtmensch, so steif und ungelenk wie bei ihm auf dem Land nur die rheumatischen Alten. Dabei war ich zwar nicht gerade sportlich aber dank Yoga sehr elastisch, was mich für alle, die Elastizität zu schätzen wussten, attraktiv machte. Schmidtchen Schleicher mit den e-lastischen Beinern.

Ich stand den Frotzeleien meiner Freunde gelassen gegenüber, wußte ich es doch besser. Aber wenn ich was nicht ausstehen konnte, waren es kalte Füße in nassen Socken. Neben meinem Sessel standen grade wie hinzugetreten die Stiefel, die ich ausgezogen hatte, um wieder trockene Füße zu bekommen, als der unsichtbare Klotz sich entschloss, aufzustehen und wegzugehen. Ich war wie alles vom einen auf den anderen Moment übergossen und saß im nassen Sessel wie ein Teebeutel - in der linken Hand noch meine Tüte mit dem Gestink, das keiner haben wollte.

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der Grollm

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Daß im Konkret-Newsletter nie etwas anders als auf den ersten Seiten der bereits ein paar Tage zuvor eingetroffenen gedruckten Konkret steht, ist schön.

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was taugen die Fischlein im grünen Gezweig?

Vielleicht habe ich ihn schon gefunden?

Nachträglicher Einfall: Die Frisur von Donald Trump, die in einer der Geschichten von Pe vorkommt! Donald Trump hat all seine Knuffelig- und Schnuffigkeit in seiner Frisur versteckt. Es ist eine schaumige und zugleich scharfkantige und nicht leicht verdauliche Schnuffigkeit, die in seiner Frisur versteckt ist, aber wir können sie sehen, Sportsfreunde, wenn wir wollen, es ist seine Güte, wenn nicht Gütigkeit damit symbolhaft auf seiner Kopfschwarte zu Berge gebürstet. Er mußte so handeln.

Ergänzender Nachtrag: Ich weiß, daß man es mich eines Tages fragen wird, daher antworte ich lieber jetzt gleich, bevor man die Scheiße aus mir herausprügelt: In meinen Haaren liegen die Anstrengungen, mein Sehnen, mein Haß und Übelwollen gescheitelt dicht an dicht, die Kopfhaut schuppt vor lauter Last und Grämen, der darunter in dem Knochen aber, der ist heiter, leicht und frei.

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Notausgang

Ein reiner Kartoffelschnaps

Michail "Wodka" Gorbatschow startete bekanntlich in den 80er Jahren seine Karriere als reine Seele durch Vernichten von Weinstöcken und Obstbäumen. Es wurde die größte Anti-Alkohol-Kampagne, die es jemals in der UdSSR gab (q), kein Wunder, daß er sich damit in seinem Land eher unbeliebt gemacht hatte, aber irgendwie auch klar, daß nach ihm ein Klarer im Westen benannt wurde. Seither ist es Tradition, russische Staatsoberhäupter, die sich um die Prohibition verdient gemacht haben, mit der Benamsung eines Billigfusels zu ehren. Gewiß, Boris Jelzin kann man da allenfalls als leuchtendes schlechtes Beispiel einreihen, aber als schwerer Alkoholiker hat er sich, wie nicht nur ich finde, in guter dialektischer Tradition seinen Ehrenplatz redlich ersoffen. These, Antithese, verstehse? Die Synthese wird dann wohl auf erweiterter Stufenleiter der Putin darstellen, genaueres wird man aber erst nach Öffnung der Geheimarchive wissen, also wenn ihr euch längst die Radieschen von unten ankuckt, Sportsfreunde. Soviel zu den Russen, aber wer zum Teufel war nochmal Staatssekretär Bailey?

Jelzin

Es muß ihn geben, denn die Geschlechter waren vor der Zeit noch eins

Gerade habe ich mir aus Versehen herzhaft in meine Zunge gebissen. Ich wollte einen Bissen des gummiartigen Brötchens von heute morgen vollends zerkleinern, allein ich traf mit meinen Zähnen nicht ihn - nur meine Zunge. Es hat geknackt, aber ich habe sie nicht durchgekriegt, kein Wunder, war ja auch ganz roh, meine Zunge, völlig ungar.

Mein Dad fiel mir ein, mein Daddy, den ich nie hatte, der Daddy mit seinem ewigen "Du mußt dich durchbeißen, Junge" - und wieder war es mir nicht gelungen, nichtmal bei meiner eigenen Zunge.

Ich dachte an Monika Harms, die ich nie kennengelernt habe, die Monika Harms mit ihren fettigen Haaren. Die hat sich auf jeden Fall durchgebissen, die hat sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, die hat sich wahrscheinlich gedacht: "Deine ganze Niedlichkeit, die ganze, die du je besessen, die kannste dir in die Haare schmieren, wenn du was werden willst". Und so ist es dann auch gekommen, ihre Niedlichkeit befindet sich in ihren Haaren, an dem Ort, wo Niedlichkeit hingehört, wenn man eines der hartgesottensten Ämter der Republik bekleidet, wenn man kein Kind mehr ist, wenn aus dem Mädel etwas werden soll.

Und doch sieht sie immer noch so aus: wie ein Mädel. Sie sieht sogar aus wie mein Inbegriff eines Mädels. Nicht wie ein junges Mädel, nein, nicht wie ein niedliches Mädel, schon gar nicht, aber, so will mir itzund scheinen, wie ein profundes Generalbundesmädel.

Doch nun fort, ihr Nachtgedanken! Meine Zunge will ich kühlen und meine rauhe Kehle netzen und mich auf Wanderschaft begeben, zu suchen und wenn ich ihn gefunden, zu künden von der Frisur des Oberbundesbubi, dessen, dem das Bundesmädel meiner Schädelschale vor aller Zeit versprochen ward.

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